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Galerie R E I T B A U E R

Willkommen im HORTUS ARTIS!

In diesem Garten der Kunst, in dieser Galerie ist viel Platz für zeitgenössische Kunst. So wie in einem Garten erst die Vielfalt der Blumen, Bäume und Sträucher die Fülle und den Reichtum repräsentieren, so soll es auch in unserer Galerie sein.

Es ist viel Platz für Künstler und ihren Präsentationen, die ähnlich den Blumen nach Suche riechen.

Es ist viel Platz für die Suche nach dem Großen und Ganzen - seiner Transparenz in Form und Thema künstlerischen Ausdrucks.

Es ist viel Platz für die Suche nach Transzendenz in den verhaltenen und explosiven Berührungen und Reflexionen der nähe- und distanzverliebten Menschen.

Es ist viel Platz für die Suche nach Immanenz im Ausdruck der Lebensgeschichten und Lebensräume.

Die künstlerischen Beete wollen beackert werden, bedürfen ohnehin stetiger Pflege, manch Brachliegendes will hervorgebracht, Neues und Zeitgenössisches entwickelt und zur Blüte geführt werden.

Entrate amici, treten Sie ein, schauen Sie sich um: Hier blüht Ihnen einiges!

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.Walter Kratner

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"P a r t i t u r e n"

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Objekte und Papierarbeiten

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Ausstellungseröffnung: Freitag, 18. Oktober 2019, 19.00

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Hinführung: Prof. Edith Temmel

Einführende Worte zur Ausstellung „Walter Kratner / „Partituren“

In der Galerie Reitbauer

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kunstfreunde und Freundinnen, liebe Anwesende!

Es ist mir eine große Ehre, heute an diesem wunderbaren Ausstellungs-Ort von Jonny und Micha Reitbauer zu den hier gezeigten Werken von Walter Kratner ein paar Worte sagen zu dürfen.

Vorweg nehmen möchte ich, dass ich ja Walter KRATNER schon im Jahr 2012 anlässlich der 8. „Steirischen KünstlerInnen-Klausur im Stift Rein bei Graz, bei seiner akribischen  Arbeitsweise live beobachten durfte.: Er saß dort in einem relativ leeren Raum, an der uralten – um nicht zu sagen „historischen“ Schreibmaschine seines Vaters und tippte einige Textzeilen in Wiederholung immer wieder auf eine papierene Endlos- Schleife. Er tippte Paul Celan` s „Schwarze Milch der Frühe“, er tippte sie morgens, er tippte sie mittags, er tippte sie nachts, und zwar drei Wochen lang, unermüdlich.  Die sich immer wiederholenden gleichen Textzeilen aus Paul Celan`s Todesfuge überlagerten sich schließlich, bis die Papierschleife teilweise durchlöchert  oder unleserlich war. Der noch in Erinnerung befindliche Text wurde auf diese Weise durch Überlagerung sozusagen ausgelöscht.

Das Thema der damaligen Klausur war der Erde, unserer einmaligen schönen Erde gewidmet. Walter Kratner erhob wie ein Schatzgräber  das Thema „Erde“  zur prinzipiellen Frage des Vergessens und des Erinnerns an historische Ereignisse, welche für spätere Generationen durch Archivierung  und Fehlinterpretation, oft auch Verfälschungen ausgesetzt sind. Gerade oftmalige Wiederholung der selben Behauptung, ob historisch fundiert oder nicht, erhebt Geschichte zum tradierten Mythos.

Die Wahrhaftigkeit der Zeitzeugen insbesonders der Gräuel des 2. Weltkrieges lässt sich nicht nur aus Dokumenten und Interviews mit den noch lebenden betroffenen Personen feststellen. Historische Authentizität lässt sich auch aus Objekten und Gegenständen jener Zeit erkennen oder sogar herauslesen, welche damals tatsächlich in Benützung und Gebrauch waren. So ist es nicht nur die alte „Adler“-Schreibmaschine , auf welcher meistens der Schriftverkehr vor, während und auch noch nach dem Krieg abgewickelt wurde. Weitere Zeugen sind auch Werkzeug, Kleidungsstücke, Holzbretter, Stacheldraht oder andere Gebrauchsgegenstände aus dieser Zeit. Eine alte zerkratze Schaufel zum Beispiel bietet die perfekte Assotiation zu einer Partitur welche eine geheime Sprache oder  vielleicht verlorene Klänge imaginiert.

Es sind die Zeit-Spuren, welche Walter Kratner immer wieder faszinieren und welche er auch zu deuten imstande ist.

Walter Kratners  hier ausgestellte Arbeiten, welche er „Partituren“ nennt, beziehen sich grundsätzlich auf die Wertigkeit  der Dinge im Fluss der Zeit.

In verschiedenen Bildzyklen befasst sich der Künstler mit ethischen und philosophischen Fragen.

Die Portraitserie „Der Makel“ zum Beispiel zeigt Fahndungsfotos, welche in den USA über Internet abrufbar und überall öffentlich zugänglich auch sogar in Geschäfts-Auslagen gezeigt werden. Man ist unwillkürlich an die alten „Wanted“- Fahndungsfotos im Wilden Westen erinnert. Walter Kratner hat ja einige Jahre in den Vereinigten Staaten gelebt und gearbeitet,

so lernte er dort auch so manche Gepflogenheiten kennen. Diese öffentlich ausgestellten Fahndungsfotos zeigen jedoch nicht nur verurteilte Personen, sondern bereits Tatverdächtige, also noch nicht Verurteilte, werden auf diese Weise an den Pranger gestellt.

Teilweise unschuldige Personen sind sozusagen auf diese Weise mit einem Makel versehen, den man schwerlich wieder weglöschen kann. Die Fahndungsfotos zeigen die verdächtigen Personen so wie auf Passfotos in genormter standardisierter Position. Der individuelle Gesichtsausdruck bleibt trotzdem authentisch erhalten und lässt sich nicht vereinheitlichen oder abstempeln. Hier zwingt uns der Künstler, indem er das Foto mit Bleistift einfühlsam überarbeitet, genauer hinzusehen. Welchen Vergehens könnte sich der oder die Abgebildete schuldig gemacht haben? Welche Tragödien stecken oft hinter einer verbrecherischen Tat? Verzweiflung? Hass? Liebe? Gewalt? Alkohol oder Drogen? Menschliches Versagen? Oder gar ein Irrtum? Man muss sich auch in Erinnerung rufen, dass in den Vereinigten Staaten nach- wie vor die Todesstrafe durchgeführt wird. Erst  vor nicht allzu langer Zeit ist ein Afro-Afrikaner mit 14 Jahren hingerichtet worden. Er konnte sich keine Kaution und keinen teuren Rechtsbeistand leisten.

Hier wird auch eine weitere unmenschliche Seite des amerikanischen Rechts-Systems offenkundig: Der Handel mit Kaution, so erzählte mir Walter Kratner, ist dort ein mächtiger Geschäftszweig – genauer gesagt: ein eigenes Bankensystem. Wird ein vorher unbescholtener Bürger dieses Landes, „Gods own country“, plötzlich schuldig oder unschuldig straffällig, kann er sich mittels Bezahlung einer Kaution für eine Zeit lang der Verhaftung entziehen. Ist der oder die Verdächtige jedoch mittellos, muss ein Kredit zur Bezahlung der Kaution aufgenommen werden. Auf diese Weise entsteht hier ein menschenunwürdiger Teufelskreis: Die Schulden für die Kaution belasten oft ganze Familien und deren Freundeskreis. Darüber hinaus verstärken sie auch gravierend die sozialen Probleme. Eine Abwärts-Spirale entsteht, aus welcher es kaum ein Entkommen gibt. So können oft kleine Straftaten immense Folgen haben. Und, so berichtet Walter, ist es unglaublich wieviel Menschen in diesem Land von der Kriminalität profitieren, jenseits der moralischen Aspekte.

Der zweite Themenkreis, welcher der Ausstellung den Titel gab, sind unerschöpflich vielfältige Partituren, die man zuweilen in Alltagsobjekten erkennen kann.

Hier bedarf es einer kurzen Erklärung : Neben der klassischen Notenschrift, welche sich aus den mittelalterlichen „Neumen“ entwickelt hat, sind die klassischen Bedingungen des Komponierens von zeitgenössischen Komponisten experimentell stark verändert worden, und zwar speziell unter den Voraussetzungen der elektronischen Technik. Geometrische Proportionen lassen sich zeichnerisch darstellen, und auch in musikalischen Intervallen interpretieren. Es ist bekannt, dass zum Beispiel Bela Bartok für seine Akkorde  die Regeln des Goldenen Schnitts benutzte. ( Anmerkung zum Goldenen Schnitt/ 1.) )

Der Musiker und Architekt Jannis Xenakis wiederum hat bereits im Jahr 1978 eine Kompositionsmaschine ( UPIC) erfunden, mit welcher er wissenschaftliches Denken mit der Ästhetik der zeitgenössischen Musik verbindet. Die Notenschriften moderner Komponisten wie auch z.B. von Luigi Nono oder Hans Werner Henze zeigen ein grafisches Metasystem, manchmal ähnlich einem Brettspiel oder einem Bild von Piet Mondrian.

Partituren gibt es auch, so meint der Künstler, wo Dinge zusammenstoßen an Gefühlen, Fakten, Zeit-Spuren oder auch Bild-Findungen welche normalerweise in keinem Zusammenhang stehen. Walter Kratner entdeckt in diesen Zeit-Spuren, wo alle Inhalte fehlen, Bilder gegen die Zeit.

Das Foto eines Holz-Bocks zum Beispiel, wie er als Stütze dient um Holz zu zersägen, mit einem darüber geworfenen abgelegten Kleidungsstück ergibt einen neuen gedanklichen Zusammenhang. Dieses Bild in Korrespondenz mit dem historischen Foto gelynchter Sklaven ergibt in dieser Kombination einen neuen Aspekt, welchen man beim Einzelfoto nicht erkennen kann. Die einzelnen Elemente bilden auf diese Weise ein Vokabular, welches der Künstler ausdrucksstark zu bedienen weiß.

Der dritte Themenkreis bezieht sich ganz konkret auf Ovid`s „Metamorphosen“. Auch hier wieder alltägliche Gebrauchsgegenstände, unbeachtet, oft weggeworfen, abgenützt, unbrauchbar geworden, dem Tode und der Missachtung geweiht. Auch hier die Spuren der Zeit eingegraben, eingeschrieben wie Narben als Zeichen siegreich bestandener Kämpfe oder dienender Arbeit.

Hier lässt der Künstler den Geist Ovids wieder auferstehen welcher uns im 11. Buch erzählt von Orpheus, dem thrakischen Sänger. Mit seinen Liedern bezauberte Orpheus sogar die Vögel und wilde Tiere, auch Felsen und Wälder lauschten seinen Gesängen. Doch er wird von Weitem von den circonischen rasenden Weibern misstrauisch beobachtet. Sie fühlen sich beleidigt, weil der Sänger keines seiner Lieder ihrer Schönheit gewidmet hat. Aus einer Interpretation dieser Textstelle im Rahmen eines Interviews des deutschen Dramatikers Heiner Müller  mit  Alexander Kluge („Im Zeitenflug“) zitiere ich:

„Die Furien haben Steine auf ihn geworfen, aber Steine hatte er natürlich besungen, die Steine tanzten um ihn herum. Sie ( die Furien) haben mit Ästen nach ihm geschlagen, das ging auch nicht, denn die Bäume hatte er auch besungen. Also alles, was er besungen hatte, konnte ihn nicht verletzen. Dann kam er (Orpheus) an eine Lichtung und da waren Bauern, die pflügten gerade, und die liefen weg vor diesen rasenden, wildgewordenen Frauen. Dann haben die Frauen den Orpheus getötet mit Pflügen und Hacken, also mit den Werkzeugen der Bauern.  Weil die hatte er nie besungen.“ ( Zitat Ende.) -  So wird ersichtlich, dass alle Objekte, welche Orpheus einst besungen hat, sich dagegen wehren, ihn zu töten. Aber die ganz banalen Ackerwerkzeuge, welche von den Furien geschleudert werden, die vernichten ihn. Es ist die Banalität des Gewöhnlichen, die es ihm nicht wert war, besungen zu werden. Aus dieser Missachtung erwächst das Verhängnis.

Diesem Faktum entsprechend erhebt der Künstler die Mistschaufel zum Kunst-Objekt. Es ist die zerkratzte Mistschaufel seiner Mutter, welche ein Leben lang benützt wurde und nichts mit Poesie zu tun hat.

Auch die mumifizierte Ratte, welche Walter Kratner irgendwo zufällig gefunden hat und nun mit seinem Lampedusa- Flüchtlingsboot künstlerisch in Verbindung setzt, wirkt wie ein Paukenschlag: Die Wertigkeit des Menschen auf einem Boot gibt zu denken.

Das dritte Bild in dieser Serie zeigt einen ebenfalls banalen Gegenstand, einen alten Trenchcoat. Bei dem abgebildeten Mantel handelt es sich um den Original- Trenchcoat des Vaters, ein praktikables Kleidungsstück der Soldaten im 1. Weltkrieg. Der Vater verwendete das gute Stück als Arbeitsmantel, und auf diese Weise blieb ein weiteres Zeitdokument mit allen historischen Spuren erhalten.

Als letzter Themenkreis sei noch das Triptychon „Die Zeit“ erwähnt:

1.) Man erkennt einen Jutesack, welcher mit Fleischerhaken gezogen wird.

2.) Ein Stück Stacheldraht wurde durch Asche gepflügt und die dabei entstehenden Kratzspuren, Spuren der Zeit, werden sichtbar. Beim Betrachten des Bildes ist man unwillkürlich wieder an Paul Celan`s Todesfuge erinnert.

3.)  Die Schreibmaschine, von welcher anfangs die Rede war, dokumentiert in Form einer Möbius-Schleife oder einer unendlichen Text-Schleife die Zeit.

Schlussendlich bleibt die erste und letzte Frage: Was ist Zeit?

Um diese Frage zu beantworten zitiere ich aus dem Großen Brockhaus, Handbuch des Wissens, Zwanzigster Band 1935 :

….“Im Gegensatz zu Kant, Bergson und der Phänomenologie , die bei aller unterschiedlichen Auffassung in der ( innerlichen, subjektiven!) Zeit etwas vom Raum gänzlich Unterschiedliches sehen, wird  neuerdings  unter dem Einfluss der ( Hinweis-Pfeil) Relativitätstheorie die Einheit von Raum und Zeit behauptet…“ (Zitat Ende )

Somit kann ich nur wiederholen, was von Stefania Severi bereits zitiert wurde und schließe ich meine Ausführungen mit der treffenden Anmerkung des italienischen Literaten Ugo Foscolo: „Gegen die Zeit, die alles auslöscht, besteht nur die zeitlose Poesie“.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Edith Temmel


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Marjan Habibian

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B I L D .. D E R.. F R A U

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Ausstellungseröffnung: 24. Mai 2019, 19.30

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Einführung: Walter Kratner.

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Claudia Perhofer-Pöllabauer

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"Seelenspiele"


Ausstellungseröffnung: 22. März 2019. 19.00


Hinführung: Hubert Brandstätter


Musikalische Impulse: Andreas Derler

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K A R L D O B I D A

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"F A C E S +"

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Vernissage: 12. Oktober 2018, 19.00

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Hinführung: Dr. Georg Köhler

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Dauer der Ausstellung: 13. Okt. - 14. Dez.

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Karin und Manfred

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Gollowitsch


"Go 2 art"

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Ausstellungseröffnung 29. Juni 19.30


Ausstellung bis 8. September 2018

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Ausstellungseröffnung: 16. März 2018

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Erwin Lackner

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"BLICKFELD"


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Eröffnung: Dr. Erwin Fiala

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Ausstellungseröffnung, 6. Okt. 2017, 19.30


Hubert Brandstätter


T R A N S F O R M A T I O N E N

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Eröffnung: Walter Kratner

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Walter Kratner

über Hubert Brandstätter „Transformationen“

Vorweg eine persönliche Bemerkung: Ich freue mich sehr, bei dieser Ausstellung anwesend zu sein und einige kurze Anmerkungen zu der Werkschau von Hubert Brandstätter sprechen zu dürfen. Seine Ausstellung, hier in den Räumlichkeiten der Galerie Reitbauer, trägt den Titel „Transformationen“ und besteht vorwiegend aus einer Auswahl von Tafelbildern mehrerer Werkgruppen, bzw. Bildzyklen aus dem letzten Jahrzehnt. Zirka. Schreiten sie also hier durch die schönen Räumlichkeiten, bewegen sie sich fast chronologisch durch die malerischen Arbeiten des Weizer Künstlers. Stiege aufwärts: Das Vanitas-Genre „Momento mori“ / „Zeitzeichen“ / „Rekonstruktionen“ / und im letzten Raum die neusten Arbeiten unter dem Titel „Hommage an Botticelli“Auf diesen Bild-Zyklus möchte ich etwas näher eingehen.

Diese Arbeiten Brandstätters nehmen naturgemäss bezug auf Sandro Botticelli. Ein Aspekt, der es mir besonders Wert erscheint, näher betrachtet zu werden. Sandro Botticelli also: Wer elfenbeinzarte Wesen mit fließendem Goldhaar erwartet, wird enttäuscht sein. Botticellis Engel und Jungfrauen sind dem Publikum ebenso vertraut, wie die dem Meerschaum entsteigenden Liebesgöttinnen oder die leicht verhüllten ätherischen Wesen seiner berühmten Allegorie des Frühlings.Erlauben sie mir auch auf ein Bild aus dieser Zeit der fiorentinischen Frührenaissance hinzuweisen, das von der gleichen Hand, - zur gleichen Zeit geschaffen wurde, wie die „Geburt der Venus“ und der “Frühling“. Zur selben Zeit malt Botticelli „La derelitta“, / „Die „Vereinsamte“: Tempera auf Holztafel. Karg ist dort die Szene, nackt sind die Mauern. Sie ist in schlichtes Gewand gehüllt und ihre Haltung verrät Bestürzung. Hoffnungslose Trauer. Eine isolierte Einzelfigur. Um 1500 herum stellt die szenische Darstellung einer vereinzelten Figur ein ungewöhnliches Bild-Sujet dar. Für die inhaltliche Modernität dieses Bildes nutzt Botticelli grandios Versatzstücke aus der antiken und der zeitgenössischen Kunst, um sie zu einem dynamischen Ganzen in Zentralperspektive zu verschmelzen.

Hubert Brandstätter über seine Herangehensweise:

„Ich versuche den Menschen von heute wie ein Archäologe zu sehen, Dinge zu konservieren, von denen ich glaube, dass sie das Leben ausmachen.“Aber was macht das Leben aus? Zumindest scheint für den Künstler Hubert Brandstätter die Fotografie kein adäquates Abbild des Lebens zu erstellen. Durch malerische Passagen, die zum Teil Rückblenden auf seine vorangegangenen Bildzyklen sind, gestaltet und umfängt er das Semidokumentarische der Fotografie neu. Diese älteren Werkgruppen sind, wie gesagt, ebenfalls hier ausgestellt, so dass Sie sich selbst, wertes Publikum, einen guten Eindruck davon schaffen können. Hubert Brandstätter beherrscht mit Souveränität verschiedenartige künstlerische Sprachen, aus denen er ihre eigenwillige subjektive Ausdruckform komponiert. Er schöpft aus unterschiedlichen, auch einander widersprechenden Materialien, Stilen und Zeiten, um Gegenwart und Zeitgenossenschaft zu artikulieren. In ihren ebenso mit innovativen digitalen Reproduktionsmitteln wie gleichzeitig klassisch per Hand hergestellten Gemälden, verdichten sich die multiplen Perspektiven auf unsere Wirklichkeit. Einer Wirklichkeit allerdings, die vom Verschwinden im Digitalen bedroht ist. In diesem Zusammenhang: Hat z.B. das Bild „Rekonstruktion“, - ein lebensgroßer Abdruck von einem Menschen, über die der Maler dann eine altmeisterliche Öl-Schicht in Lasurtechnik legt, etwas mit der „laterna magica“, der „camera oscura“, oder gar der digitalen Fotografie zu tun? Wenn der Abrieb eines hölzernen Industriebodens die abgeklatschte, nackte Figur teilweise verdeckt?

Eine historische Entsprechung könnte man in der Werkgeschichte Botticellis finden: Dem „Bildnis einer Jungen Frau im Profil“ (Eine Frühwerk Botticellis, um 1475, wurde schlimmes, Grenzverletztendes angetan: Ein unbekannter Maler hüllte wenige Jahre nach Entstehung des Bildes (so um 1520) die selbstbewusste Renaissancedame in einen grünen Mantel, versah sie mit einer Märtyrerpalme und dem Folterrad der heiligen Katherina: Röntgenaufnahmen zeigen heute, dass sie zuvor (im Original, bei Botticelli) ein figurbetontes Kleid und ein Medaillon trug. Ein frommer angedungener anonymer Maler hatte versucht das Rad der Zeit zurückzudrehen. In seinen neueren Bildern deckt nun Hubert Brandstätter seinerseits oft den räumlichen Hintergrund mit flächig aufgetragenen Farbpigmenten ab. Auch weisser Kalk wird verwendet, um den Inhalt der Fotografie nahezu auszubrennen. Konturen entstehen, die besonders den kopflosen Frauenkörpern einen stark konturierten Umriss verleihen.

Eine Besonderheit. Dazu ein historischer Vergleich:

Sandro Botticelli wurde Zeuge des religiösen Fanatismus seiner Zeit und hat in seinem Spätwerk darauf reagiert, denn das Wirken Girolamo Savanarolas leitete zu Beginn der 1490er Jahre in Florenz einen nicht unerheblichen Stimmungswandel in der fiorentiner Gesellschaft und Kunst ein. Mit Savanarolas Vison eines christlichen, populären Gottesstaates verband sich auch Kritik an besonders kunstvollen Gemälden, die die Werke Botticellis miteinbezogen. Ungefähr zeitgleich mit den politischen und religiösen Umwälzungen in Florenz vollzog sich ein Stilwandel im CEuvre Boticellis: Maßstabsunterschiede in seinen Werken, stark raumfüllende Figuren, sowie eine kaum differenzierte Gestaltung des Hintergrundes, Flächigkeit und Betonung der Konturen. Der Maler war allerdings kein bekennender Anhänger des katholischen Bußpredigers und die Veränderungen des Personalstils Botticellis können nur in einem sehr allgemeinen Sinn mit den Einfluss Savanarolas in Verbindung gebracht werden.Und so scheint auch in Hubert Brandstätters Arbeiten das Politische abwesend zu sein. Die Tafelbilder scheinen ein Reflektieren über Existenz, Vergänglichkeit und Tod mit den klassischen Motiven der Malerie zu sein. Jedoch verweist die radikale Subjektivierung des Künstlers und die Gebrochenheit seiner Figuren, Objekte und Relikte auf die gesellschaftliche Dimension seines Werks in unserer Zeit. Hubert Brandstätter gelingt es die verschiedensten Bildebenen seiner Arbeiten in immer wieder neuen „Transformationen“ darzustellen, überraschende Verbindungen einzugehen und sie mit hohem ästhetischem Reiz zu verschachteln, neu zu ordnen oder bis zur Abstraktion auszulöschen. Es sind auch, so glaube ich, Bilder über den Fluss der Zeit, seine unterschiedlichen Strömungen. - Malerei, die innehalten lässt.

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Ausstellungseröffnung 23. Juni 2017, 19.30


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Karl Sackl



Gemälde und Skultpuren

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ALOIS NEUHOLD

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A U G E N - B L I C K E

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Vernissage: 3. März 2017 19.30

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Eröffnung: Prof. Hans Neuhold


Verehrte Damen und Herren, lieber Alois!

Ein ganz persönliches Wort zuvor:

Ihr - Alois und die Verantwortlichen der Galerie Reitbauer - habt mich vor eine große und schwierige Aufgabe gestellt, zur Eröffnung dieser großartigen Ausstellung etwas zu sagen. Ich kenne ja das Werk von Alois, meinem Bruder, noch von der Mittelschule weg, über die Arbeiten im Priesterseminar, die „Malerklausur“ zwischen den Maisäckern von St. Georgen (wie Johannes Rauchenberger es gerne nennt), die vielen Ausstellungen in den unterschiedlichsten Galerien, die Werke in Kapellen und Gebäuden, die Bilder, die du für Bücher und Unterrichtsbehelfe von mir mitgestaltet hast … und die vielen, die zu Hause bei mir hängen und mich und meine Familie täglich umgeben. … und zu diesen Bildern und den vielen Entwicklungen etwas zu sagen, ist nicht einfach, fordert heraus, hat mich über Wochen beschäftigt… und zugleich mache ich es gerne und bin für die Einladung sehr dankbar…

Manches werde ich wohl gemäß meinem Hauptberuf aus einem religionspädagogisch-theologischen Blickwinkel sagen, der aber immer auch ein ästhetischer und kunstpädagogischer sein muss; andererseits sicher auch so manches aus einem existenziell – tiefenpsychologisch-therapeutischen… manchmal auch neurobiologischer - Blickwinkel; aus diesem Mix sollte sich vielleicht manches erhellen, was auch uns beide als Brüder verbindet.

Genug der Vorrede… aber es ist eben ein besonderer Augen-Blick für mich… Damit sind wir bei der Überschrift, beim Thema der Ausstellung.

„Augen – Blicke“, so nennt Alois Neuhold diese Ausstellung, die Überschrift über diese Bilder: es geht um die Augen und um den Blick, um das Ansehen und Angesehen werden. Ansehen bekommt der Mensch, indem er angesehen wird, man ihm in die Augen schaut als Kind und das Leuchten der Seele sich in den Augen des anderen spiegelt (Spiegelneurone). Die Entdeckung der Spiegelneurone in der Neurobiologie/der Gehirnforschung begleitet mich immer wieder, wenn ich die Bilder von Alois Neuhold anschaue: sie verweist uns auf die Bedeutung des Ansehens, des Anblickens, In-Berührung-gehens zwischen den ersten Bezugspersonen (meist den Eltern) und dem neugeborenen Kind. Dadurch entsteht bzw. darin drückt sich diese „frühe Bindung“ aus, die so grundlegend für die Entwicklung des Menschen insgesamt, seines Gehirns bzw. für die Entwicklung von psychischer Resilienz und für die Seele überhaupt, die sich offensichtlich erst durch die Spiegelung durch die engsten Bezugspersonen entwickelt: Ich werde, weil ich angesehen werde. Augen blicken mich an (hoffentlich positiv, wertschätzend und liebevoll) und ich weiß: ich bin… ich bin ich… ich weiß, wer ICH bin… Wenn man durch diese Ausstellung geht, wird das immer wieder spürbar: die Augen, die mich anblicken…

Es sind keine Fotos, Selfies oder was weiß ich… es geht bei den Bildern von Alois also nie um das individuelle Gesicht, sondern um das Dahinterliegende im Individuellen, was über das Individuelle hinausgeht… Manchmal hat man bei diesen so hoch konzentrierten und durch die konzentrischen Kreise nochmals so verstärkten Augen-Bildern den Eindruck, es handle sich um ganz archaische Masken, die ja die Energie der überindividuellen Gottheiten, mythischen Figuren und Gestalten in sich tragen bzw. auf den Träger der Maske übertragen… hoch emotionale Komplexe voll ambivalenter Lebens- und auch manchmal Zerstörungsenergie. Manche (fast märchenhaft klingende) Titel deuten dies auch nochmals an: Schmal-Schmal-Sonnenpeter, Seelenkämmerlein, Sonnen-Kind, Feuer-Trauer-Paar, Zubineta Morgenrot…

Es geht um ein Angesehen-werden, aber zugleich auch um ein Hindurchsehen, ganz weit weg in eine Anderswelt, in die Tiefenschichten des Lebens, in die Tiefenschichten menschlicher Existenz mit seinen Höhen und Abgründen… wie eben „Visionäre“ und das „Auge des Propheten“ einladen, den Blick zu wagen über und durch das Alltägliche und Heutige hinein ins Kosmische, ins Ewige… und vielleicht dann dort nahe bei Getsemani wie manche Bildtitel bei Alois immer wieder andeuten – vieles erinnert wohl an die Leidensgesichter quer durch die Geschichte - „an-Gesicht-et“ bis in den Abgrund hinein, um Leben und Hoffnung zu finden. Darum kommt man bei den Bildern von Alois offensichtlich nicht herum: in den Abgründen „Osterdeckel für die Sterbeschachtel“, „Sonnenpeter“, den „Himmel in den Augen“, die „Seite aus dem Ikonenbuch“… letztlich eben dort und gerade dort, das Leben zu finden.

Es ist keine billige und einfache Kost, die Alois den Betrachterinnen seiner Bilder zumutet. Aber billiger ist das Leben offensichtlich nicht zu haben, alles andere wäre wohl auch nur billige Vertröstung auf ein Schlaraffenland-Jenseits, ein Wellness-Jenseits, eine Fun- und Chill-out-Ewigkeit, der dem „Fasten-Blick“ aus dem Weg geht, den tatsächlichen Herausforderungen angesichts von Leid und Tod, angesichts der Theodizeefrage (Warum lässt Gott das zu?), angesichts der furchtbaren und grausamen Zerstörung von Alleppo und überall und den unzähligen Toten, um ein aktuelles Beispiel zu nennen, nicht gerecht zu werden vermag, sondern den vielen unschuldig und ungerecht Leidenden… und auch den Schuldigen… die Würde nimmt, die erst dann zum Tragen kommt, wenn sie in ihren Höhen und Tiefen und den ganzen existenziellen Ambivalenzen gesehen, erblickt, wahrgenommen und ernstgenommen werden, damit sich der Mensch dieses Ich-bin gewahr wird… in vielleicht „heiliger Zweisamkeit“.

Augen blicken uns an, wenn wir durch die Bilderwelt von Alois Neuhold gehen. Bilder, die in einer Konzentration gereift sind. Ich zitiere Johannes Rauchenberger: „Alois Neuhold gehört zu jener Sorte von Menschen dieses Landes, die in der Einsamkeit ziemlich Großes leisten.“ Ich denke, das muss immer wieder gesagt werden: da malt nicht jemand, damit gemalt wird, damit die Welt bunter und hübscher wird… da wird sichtbar, dass Kunst, dass die Malerei existenzielle Arbeit von hoher Dringlichkeit ist: Man kann sich diesen Bildern nicht entziehen! Man kann den Augen, den Blicken nicht so leicht entweichen… All dies passiert in einem wechselseitigen Geschehen, in einer Dynamik, die einem mit hineinnimmt: ansehen und angesehen werden, berühren und berührt werden, hindurchschauen durch die Augen bis ins Ewige (metaphorisch gemeint) und durchschaut werden; der Blick hält stand, das Bild, die Augen geben nicht nach: „Fasten-Blick“ in dieser gerade begonnenen Fastenzeit.

… deshalb weicht man dem Blick vielleicht aus, wenn man sich nicht wohl und sicher fühlt… weil Berührung entsteht – Empathie, das lässt sich nicht vermeiden. Wenn ich in die weinenden Augen schaue, spüre ich selbst den Schmerz des Angeblickten. Das ist die „Macht“ der Spiegelneurone in unserem Gehirn.

Vielleicht vermeiden wir, vermeidet die Gesellschaft deshalb den „wahren“ Blick… gehen uns aus dem Weg, schauen aneinander vorbei; das Schicksal des anderen rührt an mein Schicksal… Ach ja! … und am Ende steht die Totenmaske – abgenommen nach dem Tod… vielfach erinnern manche Gesichter auch an Totenmasken… oder „Lebensmasken“ - vielleicht der bessere Ausdruck… man müsste hindurchsehen bis zum tiefsten Grund, um mitten im Leben und das Ewige oder den Ewigen zu sehen, zu entdecken, das durch alles hindurchschaut… selbst durch den Tod. Vielleicht würde dann der Blick auch wieder ruhig und gefasst, die Angst könnte ein Stück weit weichen und Ruhe einkehren und bergende Stille. In der heutigen behübschenden Bilderflut von Plakaten und Hochglanz-Papieren, die keine wirkliche Hoffnung zu evozieren vermag – höchstens ein paar Augenblicke von Wellness und Fun gerade da „…brauchen wir derartige Bilder – und Künstler, die derartige Bilder schaffen – die die radikale Unterbrechung leisten. Nicht in einer einfachen Auslöschung, nicht einmal im Rückzug in das Wort und in das reine Schweigen, sondern in der erneuten Evokation eines archaischen Grundgefühls: Es gibt eine Ahnung davon, dass es ein Gesicht gibt. Etwas altdeutsch gesagt: ein Antlitz.“ … so Johannes Rauchenberger… jemand, der mich sieht und ansieht…

Was für mich auf alle Fälle sichtbar wird und mich so anspricht an diesen Bildern, diesen Gesichtern, diesen Augen, ist eine tiefe sehr sehr geerdete Spiritualität: in allen Dingen blickt Gott uns an. … Alois im O-Ton: „ALLES BLICKT MICH AN: jeder Grashalm, jeder Regentropfen, der Stacheldraht, die Gewehrkugel, jedes Stückchen Sein. Alles Sein offenbart sich wie ein offenes sich nicht verstellendes Gesicht…“

… vielleicht auch: Alles spricht uns an. Angesehen werden gibt Ansehen: Ich werde gesehen, ich werde wahrgenommen, ich bin jemand und nicht niemand, habe ein Gesicht, einen Namen, habe Bedeutung für jemand, bin wichtig.

… und zugleich gilt es mit Viktor Frankl ernst zu nehmen und vielleicht auch von daher nochmals die Bilder zu verstehen als ständige Anfrage: „Das Leben selbst ist es, das dem Menschen Fragen stellt. Er hat nicht zu fragen, er ist vielmehr der vom Leben her Befragte, der dem Leben zu antworten – das Leben zu ver-antworten hat.“ Viktor E. Frankl, Ärztliche Seelsorge.

Bei Gesichtern und Tuchgesichtern kommt man nicht um das Schweißtuch der Veronika in der Passionserzählung Jesu herum; auf dem Leidensweg reicht Veronika Jesus ein Tuch, er trocknet sein vom Blut gezeichnetes Gesicht und seine Gesichtszüge bleiben im Tuch, das wahre Gesicht Jesu: „vera ikona“ – Veronika, das „wahre Gesicht“ (wörtlich) – das Gesicht eines von Leid und Tod Gezeichneten, das Gesicht Gottes… der leidende, der mitleidende Gott…

Irgendwie ist ja dieses Gesicht eine Totenmaske – das eigentliche Gesicht: das Schöne wird im Erschreckenden sichtbar; oder: auch dort sichtbar… Das Leidende fördert auch das Mitleidende, die Fähigkeit des Herzens zu Humanität und Barmherzigkeit, wenn ich mich anrühren, anschauen, anblicken lasse, den Augen standhalte – fern von schnellen Bildern, Handys und Selfies zur Unterhaltung… wird Humanität, Menschlichkeit, Herz-lichkeit möglich… und es öffnet sich vielleicht ein Stück Himmel hindurch durch die Schatten des Todes: „haben Himmel in den Augen“ – ein weiterer Bildtitel.

In der großen Tradition der Ikonen („Wie eine Seite aus dem Ikonenbuch“) geht es darum, dass man diese anschaut, aber irgendwann der Blick umspringt und man als BetrachterIn merkt: Da werde ja eigentlich ich angeschaut, da schaut jemand mich an. Und so wird ein Dialog, ein Gespräch möglich, vielleicht ein schweigendes Gespräch zwischen dem… zwischen was eigentlich?... zwischen dem Gesicht, den Augen, der Person und mir als BetrachterIn… Aber: irgendwann stellt sich die Frage: Wer blickt mich da eigentlich an? Wer ist es denn letztlich?...  

Das Leben fragt uns in diesen Bildern, nicht wir fragen das Leben… das ist das Faszinierende daran, auch das Erschreckende, vielleicht auch das positiv Beruhigende… Alois Neuhold wörtlich: „Es ist auch dieser strenge, ernste, gefasste Blick, nicht moralisch strenge, sondern der messerscharfe, offenlegende, unterscheidende Blick, der erkennt und benennt und nicht vernebeln lässt… Sagt dieser Blick nicht auch: Mach dir nichts vor! Alles liegt glasklar offen da, ‚jüngstes Gericht‘ im Hier und Jetzt, nicht als Strafe, sondern als Einsicht: Ja, so ist es, so und nicht anders!“

So kommt es zu einem Wechselspiel zwischen Bild und Betrachter: Was sehe ich? Was löst es aus und bewegt es in mir?... und es verschwimmt womöglich… Am Ende soll Alois nochmals zum Wort kommen:

„Doch wir werden ANGEBLICKT. Das ist kein schwacher Trost. Anblick und Angeblickt-werden ist VIEL, vielleicht das WICHTIGSTE überhaupt, möglicherweise ALLES…“

Danke für Ihre Aufmerksamkeit!





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.MARGIT RESCH


hüllenlos-ungeschminkt

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Vernissage: 16. Sept. 2016, 19.30

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Eröffnung: Gabriele Kraxner - Zach

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Musikalische Impulse: Boogie Woogie Taste


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HERLINDE ALMER


Farbbotschaften im Licht unserer Lebenswelten


Vernissage: 25. Juni 20.00


Eröffnung: Direktionsrat Curt Schnecker

Musik: Cornpipes, irische Band

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Hans Jandl

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c o l l e c t e d - s e l e c t e d

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Vernissage: 1. April 18.30 2016

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Eröffnung: Mag. Günther Holler-Schuster

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Musikalische Impulse: Andreas Derler

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ANNI SEITINGER

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ISOLATIONINSTALLATIONEN

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Ausstellungseröffnung: Freitag, 20. Nov. 19.30

Eröffnung: MMag. Oswald Seitinger

Ausstellungsdauer: 23. 1. 2016

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A L O I S M O S B A C H E R

BILDER

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Ausstellungseröffnung: Freitag, 18. Sept. 19.30

Eröffnung: Dr. Nikolaus Breisach

Musikalische Impulse: Andreas Derler

Ausstellungsdauer: 14. Nov 2015

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E d i t h T e m m e l


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SYNCHRON


Musikfarbschriftbilder


Vernissage: 19. Juni 19.30

Musikalische Impulse: Thomas Holzer

Einführung: Mag. Dr. phil. Erwin Fiala





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Vernissage: 14. November 2014, 19.00

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CHRISTIAN WABL

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dieschönheit,dieweisheit,diekunstundwir

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Ich bedanke mich bei Familie Reitbauer, den Galeristen und beim Künstler Christian Wabl für die Möglichkeit einführende Worte zur heutigen Ausstellung sagen zu dürfen.

Ich darf sie, liebe Kunstinteressierte sowie alle anwesenden Bilder und Objekte, die bereits seit Sonntag auf ihren Besuch warten, recht herzlich begrüßen.

Die Ausstellung trägt den Titel: „Die Schönheit, die Weisheit, die Kunst und wir“. Gerne greife ich diese Aspekte auf. Es ist, denke ich, weise, in gebotener Kürze über die heute ausgestellten Kunstwerke unter dem Aspekt der Schönheit mit Ihnen allen in Kommunikation zu treten.

Das Thema Schönheit ist heute gesellschaftspolitisch vor allem im Hinblick auf eine Ideologie der Machbarkeit des menschlichen Körpers stark präsent. In Deutschland wurden zum Beispiel im letzten Jahr mehr als 150.000 Schönheitsoperationen und mehr als 50.000 Faltenbehandlungen durchgeführt. Schätzungen gehen sogar von weit höheren Zahlen aus.

Psychologiestudierende der Universität Regensburg haben in ihrer Abschlussarbeiten Gesichter von anerkannt "schönen" Menschen mit einem computerunterstützten Auswahlsystem gekreuzt um so zu einem "Idealbild" von Mann und Frau zu kommen. Künstlich generierte Bilder wurden als attraktiver empfunden, nur so ist es zu erklären, dass anerkannte Modelagenturen fast ausnahmslos computergenerierte Gesichter auswählten. Die Studierenden waren im Anschluss an ihre Forschung in der Lage zu sagen, welche Merkmale für schön empfunden wurden. Z.B. Ein schmales Gesicht, hohe Wangenknochen etc.

Als Religionspädagoge beschäftigt mich die Frage, ob diese Antwort auch im Hinblick auf die Bibel gegeben werden kann. In biblischen Texten hat Schönheit weit weniger mit Ausprägungen des Körpers zu tun, sondern vielmehr mit dem Auge, mit dem der, die oder das Schöne angeschaut wird. Die Bibel entdeckt Schönheit im Beziehungs- und Kommunikationsgeschehen und setzt die Freude an der Schöpfung wider einen eingeschränkten und missverstandenen Körperkult.

Ein biblisches Beispiel aus dem Hohelied der Liebe im Alten Testament, sei hier kurz genannt. Wenn es in diesem Text heißt: "deine Blicke sind wie Tauben" so geht es hier nicht um die äußere Form der Augen, sondern um die innere Qualität des verliebten Blicks. Die Taube galt der syrischen Liebesgöttin Ischtar, der griechischen Göttin Aphrodite und der römischen Göttin Venus als heilig. Insofern beschreibt diese Textpassage des Hohelieds Liebes-Augen-Blicke.

Ein Beziehungsgeschehen kann sich positiv oder negativ entwickeln. Die Redewendung Blicke können töten oder zum Leben erwecken, kann durch zahlreiche Lebenserfahrungen belegt werden. Die chilenische Schriftstellerin Gabriela Mistral hat diese Erfahrungen in ihr Gedicht "Scham" hineinverwoben. Eine Verszeile in diesem Gedicht lautet "senk lange deinen Blick auf mich, umhüll mich zärtlich durch dein Wort".

Ich hatte vor ein paar Wochen das Vergnügen Bilder des Künstlers Christian Wabl in den Räumlichkeiten der Katholischen Hochschulgemeinde in Graz mit meinem Blick wahrzunehmen. Durch die Ausführungen von Christian Wabl ist es gelungen die Entstehungsgeschichten und Hintergründe der Exponate kennenzulernen, sie zärtlich mit Worten zu umhüllen und so die Beziehung in die Tiefe zu führen. Nützen sie die Gelegenheit heute vom Künstler persönlich durch die Ausstellung geführt zu werden und eine vertiefte Bildbegegnung entstehen zu lassen.

Ich warne sie allerdings vor, solch „ein zärtliches in Worte umhüllen“ kann bis in die Morgenstunden dauern.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine schöne, weise Nacht voller Begegnungen und einen kreativen Morgen. An diesem und jedem neuen Morgen möge sie ein abschließender Text von Cristina Lugner begleiten.

Morgenspruch Gottes

So spricht Gottes jeden Morgen:

Komm meine Schöne/ mein Schöner

ich schenk Dir einen wunderbaren Tag

wer weiß welche Wunder

Dir heute begegnen

mach die Ohren auf,

höre Dich ins Leben,

mach die Augen weit,

das Schöne will Dich glücken,

umarme die Welt,

denn Du bist geliebt und gesegnet. (Michaela Lugner)

Einführende Worte von FI Walter Prügger BEd M.A.

basierend auf Textbausteinen der Zeitschrift: Bibel heute, Schönheit, Nr 157 1. Quartal 2004

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Vernissage: 19.September 2014 19.30

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"playing.photography"

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Georg Sackl

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„playing. Photographie“ heißt der Titel, der ganz besonderen Fotokunst von Georg Sackl. Deine Werke sind in einigen Gruppenausstellungen öffentlich zu sehen gewesen, umso mehr freue ich mich, heute hier deine erste Personale, deine erste Einzelausstellung eröffnen zu können. Wer die ersten Sehversuche schon unternommen hat, wird begeistert sein, ob dieser kreativen Fülle und deinem sehr feinsinnige Auge und deinem exzellenten Handwerk. Nicht nur playing.photographie, sondern auch painting.photografie könnten wir als Titel darüberschreiben. Vieles siehst du mit den Augen eines Pinsels und unter der Linse der malerischen und grafischen Möglichkeiten. Mit einem frischen Auge suchst du deine Motive, nimmst Dinge des Alltags und führst sie ins Malerische, erhebst sie in einen fast verhaltenen und dann wieder rum sehr direkten fast plastischen Pinselstrich. In vielen deiner Bilder rückt der Inhalt, das erkennbare Objekt in den Hintergrund und die sehr zielgerichtete Arbeit führt in erster Linie in eine abstrakte Bildfunktion.

Dabei ist für dich Ordnung im Kontrast zu den oft chaotischen Inhalten wichtig. Diese Ordnung bekommt oft eine Mittestruktur und wird zum mandalartigen Gebilde. Und weil ja vieles in unserem Leben in chaotischer Unordnung, vieles wund und gebrochen ist, so können uns diese mandalaartigen digitalen Bilder einen Impuls geben, selber in Ordnung zu kommen, selber zur Mitte zu finden und somit auch ein Stück heilsame Ganzheit zu schaffen.

Als Kunsterzieher und Englischlehrer in der neuen Mittelschule in Birkfeld und in der VS Peesen verleitest du auch Schülerinnen und Schüler Gewohntes neu zu sehen, anders zu sehen und diese Motive in einen neuen Horizont zu bringen. Die Rede, das Kunst, das Fernrohr und das Mikroskop braucht, um die kleinsten Feinheiten und die größten Zusammenhänge des Lebens spürbar und handhabbar zu machen, trifft bei dir im wahrsten Sinn des Wortes durch deine digitale Fotokunst zu. Deine Bilder entstehen nicht nur mit der Kamera, sondern du benutzt auch den Flachbettscanner, um besonders detailreiche Aufnahmen kleiner Dinge zu erzeugen und bringst sie in einen kosmosartigen Zusammenhang. Schon im Fotolabor war dein Ansatz ein spielerischer, experimenteller, die "normale" Fotografie verlassender. Durch die Digitalfotografie eröffneten sich neue und vor allem besser kontrollierbare Möglichkeiten des Spielens mit den fotografischen Möglichkeiten.

In einer Geschichte aus Ozeanien heißt es, ich habe sie nicht ausgewählt, weil du heuer zu dritt in Hawaii warst, du, deine Frau und die Kamera: In dieser Geschichte wird berichtet, das ein Meister einen jungen Mann fragte, was er auf den Weg zu ihm so getan hat. Neben Schwitzen, einem Mann helfen, erzählt er, das er mit einer Glaskugel gespielt habe. Und der Meister fragt ihn, bei welcher Beschäftigung, er sich am leichtesten gefühlt habe. Und der junge Mann sagte: Beim Spiel mit der Kugel, da war ich ganz ich, voll von Lebensfreude.

Das war der beste Augenblick des Tages, sagte der Meister. Das Spiel ist leicht und zugleich ganz ernst. Du gelangst durch das Spiel unter die Oberfläche des Daseins und bist der Mitte des Lebens am nächsten.

Ich denke, so ist es auch mit den playing.photography. Georg, du nimmst dich und uns mit auf die Reise unter die Oberfläche des Alltags und so können wir ein bißchen die Mitte des Lebens ahnen. Danke dir dafür und das du uns teilhaben läßt an diesem Spiel, das nicht nur dich erfreut, sondern auch uns zu mehr, zumindest optischer, Lebensfreude verhilft.(Hans Reitbauer)


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Anna Jenner




Bilder und Skulpturen


Vernissage:13. Juni 19.30

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Wir freuen uns im Haus und im Garten Anna Jenners Bilder und Skulpturen präsentieren zu dürfen und danken dir für das Öffentlichmachen deiner Kreativität. Es ist wahrhaft die Galerie im ersten Stock, als auch der Garten heute zu einem hortus artis, zu einem Garten der Kunst geworden.

In den farbigen Bildern und Reliefs mit ihren abstrakten Konstruktionen, Inspirationen und Kompositionen, wie sie Kandinsky als Dreischritt im Umgang mit persönlich Themen vorschlägt, begegnet uns viel Herzblut von Anna Jenner, gekonnt veräußerlicht, und mit den stark reduzierten Flächen und Formen hast du dichte und meditative Räume geschaffen.

Mir scheint, folgendes Zitat von Serge Poliakoff, dem von uns beiden geliebten Russen und dann Pariser, der mit seinen monochromen Abstraktionen es zu Weltruhm gebracht hat, gibt uns die Grammatik zum Verstehen von Jenners Bildsprache und Bildschriften: Es ist Poliakoffs Wort von der „Silence complete“, von der kompletten Stille. Er sagt weiter: „Um die Menschen zu berühren, muss man den Punkt suchen, an der die Kunst, die Wissenschaft und die Chemie sich treffen. Wenn man das kann, wird in den Bildern die Stille sein: Nicht lediglich die Abwesenheit von Geräusch, sondern eine positive Ruhe, die den Menschen die Augen für eine andere Welt eröffnet.“ (Serge Poliakoff) Davon erzählen die Werke von Anna Jenner und deshalb berühren sie uns: Silence complete!

Anna Jenner geboren, 1948 in Frauenkirchen; 1969 Studium der Bildhauerei an der Universität für Angewandte Kunst, Wien; 1975/76 Stipendium für Studienaufenthalt in Frankreich; 1977 Rom; 1977-82 Freischaffend in Berlin; 1982 Freischaffende Tätigkeit in der Steiermark; 1982 - 89 Lehrer für Kunsterziehung in Birkfeld und 1989 – 2013 in Weiz; 1989 – 1994 Studium für Bildnerische Erziehung und Textiles Werken an der Universität für Gestaltung in Linz. In ihrer sehr liebenswürdigen verschmitzten und nie aufdringlichen Art hat sie Wege eröffnet für jene, die sich jenseits von Mess- und Zählbaren den Weltthemen nähern wollen. Einige deiner SchülerInnen sind heute da. Und das ist eine wunderbare Resonanz.

Und da sind deine Plastiken und Skulpturen: Menschendarstellungen aus Ton und Bronze, reduziert auf die geschlossene Form der Stele, sehr streng und statisch, findet man neben abstrakten Figuren. Sie haben keine biografische Strukturen und Merkmale. Fast möchte man sagen, sie sind Utopie und Archetypen im besten griechischen Wortsinn: U-topos. Ein kein Ort, was auf griech., soviel wie überall und bei jedem heißt. Und Archetypos bedeutet so viel wie „ von Anfang an geprägt und geformt.“ Jenners Skulpturen zeigen wie es überall, bei jedem und seit Anfang an ist. So werden ihre Skulpturen zu Projektionsorte für jedermann und jedefrau.

Anna Jenner zitiert Heimito von Doderer, wenn er in seinem Roman die Strudlhofstiege behauptet, das Warten sei weiblich. Viele ihre Plastiken fangen diesen Moment des Wartens ein. Es ist kein Schielen auf die Länge der Zeit, es ist ein Schauen und Spüren der Tiefe der Zeit. Nicht der Chronos, sondern der Kairos, der Moment der kostbar und an den Urgrund allen Lebens anklopft. Es ist die Zeit, die vor dem Gedanken kommt, es ist die Zeit, die nach dem Lesen eines guten Buches kommt, die Zeit nach dem ein Märchenerzähler geendet hat, und man in sich lauscht… es ist die Zeit in den Festen der Liebe und des Spiels. Es ist kostbare Zeit. Davon erzählen deine Objekte, Plastiken, Skulpturen und Reliefs. Martin Buber hat diese seelische Berührung zwischen Menschen und der Kunst als das "Zwischen" genannt. Und dieses Zwischen ist mehr als nur die Summe der anwesenden Personen und Kunstwerke. Das Zwischen hat eine eher spirituelle Qualität. Von dieser spirituellen Kraft geht Josef Beuys aus, wenn er sagt: „Das Tragende im Menschen muss wieder aufgerichtet werden.“ Soviel Aufrichtung, soviel Rückgrat und Lebenskraft ist in Anna Jenners Plastiken zu finden. Das ist es, was wir in der Gestalttherapie mit dem Begriff Gewahrsein und Englisch als Awareness bezeichnen. Es ist dies eine Haltung sich den Dingen und Personen und dem Leben überhaupt zu öffnen, wie sie sind und demzufolge angemessener handeln zu können. Das bringt uns Lebensfreude und Charme in unseren Tagen. Anna, mit deinen Werken wirkst du therapeutisch auf uns, gibst uns therapeutische Impulse. Wir danken dir und wünschen dir, dass du deinen persönlichen Charme nicht nur auf deine Werke übertragen kannst, sondern charmant lächelnd durch dein weiteres Leben gehst. Viel Gutes für kommende Tage.

Ich lade deshalb ein – hier her oben und unten im Garten: Die künstlerischen Beete wollen beackert werden, bedürfen ohnehin stetiger Pflege, manch Brachliegendes will hervorgebracht, Neues und Zeitgenössisches entwickelt und zur Blüte geführt werden.Entrate amici, treten Sie ein, schauen Sie sich um: Hier blüht Ihnen einiges!


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1+1+1=1


Bilder zur Dreifaltigkeit


Aus der Trinitätsausstellung des Kulturzentrums bei den Minoriten


7. März - 2. April 2014

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em. Univ. Prof. Dr. Philipp Harnoncourt

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Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Das ist der Ursatz in allen christlichen Kirchen, der sie über 2000 Jahre über alle Trennungen hinweg eint. Und unzählige Male wurden im Laufe der Geschichte Stirn, Mund und Brust berührt und diese Formel geflüstert. Was ein Bekenntnis ist, hat auch die Kunst nachhaltig berührt, in Poesie, Hymnen, in Architektur und Kunst - zumindest sehr lange. Und wie hält es die Gegenwart damit? Kann man die ureigenste christliche Gottesvorstellung als Thema heutiger Literatur, Kunst und Musik thematisieren – und wenn, wie? Die Ausstellung "1+1+1=1 Trinität" ist das Ergebnis eines Kunstwettbewerbs aus Mittel- und Osteuropa, das der renommierte Theologe Philipp Harnoncourt anlässlich seines 80. Geburtstags initiiert hat. Zugleich sind auch Bildtafeln aus der 2000 jährigen Kunstgeschichte zu sehen. Diese beeinflussen unser Denken und unser Gottesbild bis heute. Dass das Gottesbild sich verändert und entwickelt, zeigt diese Ausstellung. Aus der Entfernung von vielen hunderten Jahren mögen viele Gottesvorstellungen für uns heute seltsam erscheinen. Sie sind aber von ihrer Zeit, von politischen, kulturellen und sozialen Umständen geprägt. Das ist immer mitzudenken, wenn Christen heute allzu vehement, streng und hart auf „Traditionelles“ pochen...

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Glänzende Ansichten

Es ist nicht alles Gold, was glänzt.

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Helmut Loder


Neue Bilder - aus Minimum reduziert. Radikal leer.

Heilsame Ordnung und Stille. Dazu gibt es Texte, Fragmente.

Mehr Fragen als Antworten.

Vom Rande des Alltags. Klopfzeichen aus der Tiefe.


Vernissage: 10. 1. 2014, 19.Uhr


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Ausstellungseröffnung


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INS LEBEN KOMMEN -

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VON DER ENGE UND WEITE

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DES LEBENS

.ANNE SEIFERT

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Narrative Jonabatiken

und Wahrnehmungen des Lebens

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4. Okt. 2013 19.00

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Mitglied der Kärntner Künstlergilde seit 1970, Autodidaktin, Dipl. Religionspädagogin, Gestaltrainerin

Schwerpunkt ihres künstlerischen Schaffens sind unter anderem Batikarbeiten,

große Bilderserien, inititiert von Dr. Albert Höfer (Priester und Psychotherapeut, Gründer des IIGS),

 Zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen in Österreich, Deutschland, Tschechien und Slowenien.

Ihre Bilder sind im pädagogischen und therapeutischen Bereich in ganz Europa bekannt und geschätzt.

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Die Ausstellungseröffnung wurde begleitet von der Uraufführung dreier Kompositionen

zum Jonapsalm von Dr. Reinhard Seifert.

Das Boszodi Quintett mit Lorant, Szaboles, Zoltan und Tamas Boszodi, sowie Reinhard Seifert

brachte in beeindruckender Weise dies zur Aufführung.

…Anne Seifert lebt als Künstlerin und Religionspädagogin in Kärnten und wurde durch ihre Batikbilder einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Batik (javan. „gesprenkelt“), ist ein sehr altes im südostasiatischen Raum entwickeltes Verfahren zur farbigen Stoffgestaltung. Die „gute, schöne, rote Ecke“ im Haus wird mit Batiken geschmückt. Frauen tragen auf dem Feld, um die Erde zu ehren, gebatikte Gewänder. Anne Seifert arbeitete früher vorwiegend mit Stoff - danach mit Papierbatiken. Sie erweitert in dieser Ausstellung mit Acryl, Ton, Stoff und Holz. Seit 1970 ist sie Mitglied der Kärntner Künstlergilde. Bis 1994 gab es sehr viele Ausstellungen mit diesen Batiken. Seit damals bis heute setzt sie auf die narrative Kraft der Bilddichtung. Besonders biblische Erzähltraditionen werden auf ihre tiefenpsychologische Dimension befragt und dementsprechend in Szene gesetzt. Diese erzählende Form in ihren Bilderserien kommt aus der Überzeugung, dass das Erzählen von Menschheitsmythen uns nicht verloren gehen darf, dass die die Weitergabe dieser Hoffnungsbilder heilsam für unsere Seele ist. Deshalb legt sie so einen besonderen Wert darauf. Hilfreich in diesem ihrem künstlerischen Ansatz waren Albert Höfer, und die Ausbildungen bei und mit ihm bis hin zur Gestaltgruppentrainerin und Gestaltsupervisorin. Höfer hat sie ermutigt und gefordert. Mit Seiferts Bildern zu arbeiten, sodass heilsame und persönlich bedeutsame Entwicklungsschritte evoziert werden, bedarf aber einer besonderen Art der Bilderschließung.

Auch die Ausbildung als NLP Master und als Tanztherapeutin haben, wie wir in ihren jüngsten Bildern sehen, ihre Spuren hinterlassen. In ganz Europa sind abertausende Bilder, auf Folien gedruckte Bilderserien zu finden, die diesen heilsamen Prozess in Gang bringen wollen. Die therapeutische Funktion ihrer Bilder ist unbestritten und ihre Bilder finden sich im sogenannten Methodenkoffer vieler Therapeuten, besonders der Menschen, die sich den Entwicklungen und Transformationen der Gestalttherapie nach Fritz Perls und der Gestaltpädagogik nach Albert Höfer verschrieben haben. Der erste Teil dieser Ausstellung erzählt die Jonageschichte. Wenn man die einzelnen Stationen durchgeht, geht man faktisch in ein lebensgroßes Buch hinein, und irgendwann kommt man zu einem Punkt, wo vier Spiegeln zu sehen sind, wo sich diese Geschichte spiegelt. Spätestens hier spürt man, wenn man sein eigenes Gesicht im Spiegel sieht, ich bin gemeint, ich bin in der Jonageschichte, das ist auch mein Thema, meine Lebenssituation. Von der Enge und Weite des Lebens. Und wir wünschen uns in Leben zu kommen.

In dieser Ausstellung finden wir aber auch neben dem Jonamotiv die künstlerische Auseinandersetzung mit der Würde der Frau. Dabei bedient sich Anne Seifert ihrer Erinnerungen an die Kindheit in Kärnten und der Tradition der Bänderhutfrauen. Sie setzt diese in malerischer und plastischer Formensprache um und findet interessante Verknüpfungen zwischen Jona und den Bänderhutfrauen. Das Schreiten mit dem Bänderhut – die Kopfbedeckungen der Frauen und auch der Göttinnen in der Religionsgeschichte, die ihre Würde durch die Erhöhung sichtbar werden lassen, die Haltung der „Würdenträgerin“ heute, die entwürdigte Frau, sollen in dieser Ausstellung zu Wort kommen. Anne wird ihnen auf Anfrage viele entlarvende und offenbarende Dinge erzählen können. Der Gestaltungswille, mit dem Anne Seifert der Wirklichkeit in seinen Tiefen- und Höhenschichten nachspürt, ist im Grunde eine mit den Mitteln des Malens angewandte Meditation. Anne dringt mit ihren Werken in die Tiefen der menschlichen Existenz ein. Anne, du hast Deine unverwechselbare Handschrift gefunden und wir würdigen dich als Künstlerin mit Tiefgang. Wir gratulieren dir zu deiner Kreativität, und wir gratulieren uns, dass wir daran teilhaben können. Die Ausstellung ist bis Anfang Jänner hier in unserer Galerie zu sehen. Vielleicht kommt auch bei uns so ein heilsamer Prozess in Gang, von dem ich eingangs gesprochen habe. Dies wünsche ich uns allen… Hans Reitbauer (Auszug aus der Eröffnungsrede)



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Wo Hoamat spürbar ist…“

Gerhard Patz

Dramatisierte Gemälde: Humoreske Satiren mit Farbe und Pinsel

Ortweinschule Graz, Kunstuniversität Linz, freischaffender Künstler und Kosmopolit, Arbeitsaufenthalte in Frankreich, USA, Italien, Griechenland, Mexiko, Slowenien…

Freitag, 14. Juni 2013, 19.30 Uhr

Ein Birkfelder und ein Kosmopolit ist er der Gerhard. Wir kennen ihn und doch ist vieles unbekannt und unbenannt. Der Titel: Wo Hoamat spürbar ist, trägt genauso diese Spannung in sich: Die Nähe, die so wohltuend sein kann, aber auch die Distanz, die Fremde, die verwirrt und unsicher macht.

Gerhard Patz wählt den Titel. Wo Hoamat spürbar ist, aus der volksdümmlichen Volkskultur, dort wo der Heimatbegriff abgelutscht und mißbraucht wird. Zu einem Gefühl von Zuhause sein, gehört mehr als jodelnde trachtengewandete Weinseligkeit. Es ist auch ein gutes Stück Unbehaustheit und nicht Verstandenwerden dabei. Und vielleicht ist dieser Heimatbegriff eben genauso ambivalent, mehrdeutig wie alle großen Symbole der Menschheitsgeschichte.

Und eines kommt gerade in Österreich und Deutschland noch dazu: Das Wort Heimat konnte lange Zeit nicht gebraucht werden, weil es so mißbraucht wurde, und manchmal wird, und weil es mit dem Fluidum des Nazimiefs umlullt war und ist….

Heimat schrumpft die Zusammenhänge unserer Existenz auf Lebensgröße – wir fühlen uns zugehörig, gemeinsam stark. Identität wird leicht exklusiv. Wir schärfen sie oft gegen the other. Von heimatlicher Unterschiedlichkeit und Zugehörigkeit zu Diskriminierung und Rassismus ist es manchmal ein kurzer Weg. Ich schlage vor: Heimat ist immer konstruiert – sie ist immer ein Projekt… Deshalb darf ich meine ganze Sympathie auch dem Bild hier auf diese Seite zum Ausdruck bringen. Ein Bild, das Gerhard gerade angefangen hat und mich verwundert angeschaut hat, als ich sagte: Das stellst du hier in der Galerie aus. Der Titel: Hoamat – unfinished. Heimat als nichts Fertiges, als ewige Bausstelle und doch bewohnte Sehnsucht und buchtstäbliche Besessenheit von Stabilität.

Ich freue mich, dass du Gerhard in unserer Galerie ausstellst, du der du dein Handwerk, bei Prof Rogler, in der Ortweinschule und auf der Kunsthochschule Linz, gelernt hast und so zu eigener unverwechselbaren Handschrift verfeinert hast, du, der sich in allen Herren Länder im besten Sinn des Wortes herumgetrieben und bewohnt hat, du läss uns teilhaben an deinem, unserem Hoamatkosmos.(HansReitbauer)






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"a u s z u g s . w e i s e"


Vernissage


Mag. Josef Lederer


19.April 2013

Eröffnungsansprache von Peter Bauer

....Leben ist Vielfalt. Kunst ist Vielfalt.

Unterwegs sein im Strom, der ins Meer führt.

Dem entsprechend ist auch die Vielfalt und Verschiedenheit der Arbeiten,

der Themen, Materialien, der formalen und bildnerischen Lösungen.

Alles war einmal ganz.

Alles wird einmal ganz....

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Rhythm and Blues and other colours

Vernissage: Patrick Bubna Litic

1. Februar 2013

„Alles Sein spricht, Nichts ist sprachlos, Alles Sein spricht Stille, Schweigen, Murmelgebete, Rätsellaute, Geheimnisworte, zugerüsteter Lärm wie Musik. (Alois Neuhold, Manifeste) Derartig verdichteter Hintergrund führt zu den Deutungs- und Bedeutungshorizonten von Patrick Bubna-Litic und seinen Bildern.Um der Sprache und der Grammatik von Bubna Litics Bildern auf die Spur zu kommen, braucht es einige Vokabel, vielleicht neue Vobel.Erstes Vokabel ist seine Herkunft: Er ist ein richtiger Österreicher: Patricks Vater stammt aus Böhmen ( alter Adel), dessen Mutter war Italienerin. Patricks Mutter ist Stanzerin, deren Mutter kam aus Slowenien. Der Urgroßvater entstammte aus einer großbürgerlichen wienerisch-jüdischen Familie. Vielleicht hat seine kräftige Pinselführung und Farbschüttung etwas mit der deftigen böhmischen Küche zu tun. Die Freude an Farbprozessen und FarbExzessen kommt möglicherweise aus dem Süden, auftauchende Baum-Motive könnten mit dem nicht zu übersehenden Waldbeständen des Stanzertales zusammenhängen. Die Tiefe und das bewusste Schauen hinter das Faktische und manch Augenblick der Melancholie könnte man einem slowenischen Anflug von Schwermut zuordnen. Das abstrakte Element sucht Berührung mit den jüdischen Gottesvorstellungen und dessen Bilderverbot.

Zweites Vokabel ist seine Kraft im Fluss zu sein. Dont push the river, it flows by himself.(Fritz Perls) Er lässt sich locken und verführen in den Fluss des kreativen Nass zu springen und Malprozesse zu evozieren, die sich sehen lassen. Malen als ein Bändigen des Dämons weiße Leinwand. Malen als ein Verknüpfen mit Informelhaften und doch vom Kopf her gelenkter Struktur. Die Strukturen werden über ursprüngliche Farbdimensionen gelegt, um so überhaupt Zugang zum Wesenskern zu finden. Die Fließgeschwindigkeit in seinem malerischen Fluss wird hiebei durch seine Nähe und seine Distanz zu Personen wie Georg Brandner, Hermann Nitsch und anderen kontrolliert. Patrick Bubna-Litic, ein Schüler von Hermmann Nitsch, "ringt" und zwingt im wahrsten Sinn des Wortes. Seine Bilder zeigen deutlich die verletztenden und heilenden Berührungen.

Drittes Vokabel ist die Musik, wie eingangs zitier, geordneter Lärm als Sprache des Seins und der Selbstmitteilung des Lebens. Die meisten seiner Bilder unterlegt er gedanklich mit einem Rock´n Roll –Kraftmusik, die er bevorzugt. Es ist dies Rhythm, Blues and other colours, wie er es und diese Ausstellung benennt. In seinen Bildern finden wir keine, bis ganz wenig reduzierte erkennbare Formen. Grundsätzlich ist er der Meinung, dass der häufigste Fehler beim Betrachten abstrakter Bilder der ist, etwas Konkretes zu suchen.Tut der Betrachter es dennoch, so vergibt er die Chance, sich auf Stimmung, Rhythmus, Form und Inhalt einzulassen. Und dies ist dem Hören und der Rezeption von Musik frappierend ähnlich. In diesem Sinn wünsch ich ihnen in unserer Galerie, viel Freude dabei, wen sie wie ein Jäger und Sammler subjektive Botschaften aus den Bildern erhaschen, die nur für sie gedacht sind Hans Reitbauer


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Galerieeröffnung-Eröffnungsausstellung:


...pars pro toto... Hans Reitbauer

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Ansprache: Bischof Dr.Egon Kapellari


31. 10. 2012


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Aktualisiert (Mittwoch, den 23. Oktober 2019 um 19:34 Uhr)